
In unserem großen Firewall-Vergleich (Cisco Firepower, Juniper SRX, HPE Aruba) haben wir bereits gezeigt, wann sich Cisco Firepower gegenüber anderen Herstellern lohnt. Wer sich bereits für Cisco entschieden hat, steht als nächstes vor einer weiteren Frage: Welche der fünf Firepower-Serien – 1000, 2100, 3100, 4100 oder 4200 – passt tatsächlich zum eigenen Bedarf?
Dieser Beitrag geht genau dieser Frage nach und vergleicht alle fünf Serien im Detail: nach Durchsatz-Klasse, Funktionsumfang und – besonders praxisrelevant – nach ihrer tatsächlichen Verfügbarkeit auf dem Refurbished-Markt.
Firepower 1000 Serie: Einstieg für kleine Standorte
Die Firepower 1000 Serie (u. a. 1010, 1120, 1140, 1150) richtet sich an kleinere Standorte, Filialen und Zweigstellen mit überschaubarem Durchsatzbedarf. Das Einstiegsmodell 1010 bringt sogar integrierte Switch-Ports mit, was den zusätzlichen Bedarf an separater Switching-Hardware an kleinen Standorten reduziert. Die höheren Modelle 1140 und 1150 bieten spürbar mehr Interface-Optionen und eignen sich auch für Standorte mit mehreren Netzwerksegmenten, ohne die Grundphilosophie eines kompakten, einfach zu verwaltenden Einstiegsgeräts aufzugeben.
Firepower 2100 Serie: der Allrounder für mittlere Standorte
Die Firepower 2100 Serie (2110, 2120, 2130, 2140) schließt die Lücke zwischen Einstieg und High-End und eignet sich für mittlere Unternehmensstandorte und Campus-Edge-Szenarien mit spürbar höherem Durchsatzbedarf als die 1000er-Serie.
Firepower 3100 Serie: die aktuelle Mittelklasse mit mehr Leistung pro Rack-Einheit
Die neuere Firepower 3100 Serie (3105, 3110, 3120, 3130, 3140) bietet gegenüber älteren vergleichbaren Modellen mehr Durchsatz auf gleichem Bauraum und unterstützt zudem Hochverfügbarkeits-Clustering für Umgebungen mit erhöhten Ausfallsicherheitsanforderungen.
Firepower 4100 Serie: modulare Chassis-Plattform für Rechenzentren
Die Firepower 4100 Serie (4110, 4112, 4115, 4120, 4125, 4140, 4145, 4150) basiert auf einer modularen Chassis-Architektur, die mehrere logische Sicherheitsinstanzen auf derselben Hardware betreiben kann – konzipiert für Rechenzentren und größere Campus-Umgebungen mit hohem Durchsatzbedarf. Die Fähigkeit, mehrere unabhängige Firewall-Instanzen (Multi-Instance-Betrieb) auf einem physischen Chassis zu konsolidieren, macht diese Serie besonders für Multi-Tenant-Umgebungen oder Unternehmen mit mehreren getrennten Sicherheitszonen interessant, die sonst mehrere separate Appliances benötigen würden.
Firepower 4200 Serie: die neueste Hochleistungsklasse
Die Firepower 4200 Serie (4215, 4225, 4245) ist die neueste und leistungsfähigste Firepower-Baureihe für besonders anspruchsvolle Rechenzentrums-Umgebungen.
Von Firepower zu Cisco Secure Firewall: ein Hinweis zur Namensänderung
Cisco hat seine Firewall-Hardware in den letzten Jahren zunehmend unter der Marke „Cisco Secure Firewall“ statt „Firepower“ vermarktet, ohne dass sich an der zugrunde liegenden Technologie grundlegend etwas geändert hätte. In der Praxis werden beide Bezeichnungen – insbesondere im Gebrauchtmarkt – weiterhin parallel verwendet.

Alle Serien im Vergleich: Durchsatz und Einsatzbereich
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Serie | Durchsatz-Klasse | Zielgruppe | Bauform |
|---|---|---|---|
| Firepower 1000 | Einstieg | Kleinstandorte, Filialen | Kompakt (1010–1150) |
| Firepower 2100 | Mittel | Mittlere Standorte, Campus-Edge | 1U-Appliance |
| Firepower 3100 | Mittel-Hoch | Aktuelle Mittelklasse | 1U-Appliance |
| Firepower 4100 | Hoch | Rechenzentrum | Modulares Chassis |
| Firepower 4200 | Sehr hoch | High-End-Rechenzentrum | Modulares Chassis |
Software-Basis: FTD, FMC und Snort3 über alle Serien hinweg
Unabhängig von der Serie laufen alle aktuellen Firepower-Modelle unter Cisco Secure Firewall Threat Defense (FTD), basierend auf der Snort3-Engine und den Bedrohungsdaten von Cisco Talos, und lassen sich zentral über das Firepower Management Center (FMC) verwalten – wie bereits in unserem Firewall-Grundlagenartikel beschrieben. Diese einheitliche Software-Basis ist ein praktischer Vorteil beim Betrieb mehrerer Serien parallel: Konfigurationslogik, Regelwerke und Betriebs-Know-how lassen sich weitgehend über die gesamte Firepower-Flotte hinweg übertragen, unabhängig davon, ob es sich um ein kleines 1000er-Modell in der Filiale oder ein 4100er-Chassis im Rechenzentrum handelt.
Refurbished-Verfügbarkeit: welche Serien sich gebraucht besonders lohnen
Firepower 1000/2100 – breite Verfügbarkeit, günstige Einstiegspreise
Da diese Serien bereits seit einigen Jahren im Markt sind, ist die Auswahl im Gebrauchtmarkt entsprechend groß – und die Preise besonders attraktiv.
Firepower 3100/4100 – der Sweet Spot für mittlere Rechenzentren
Für mittlere Rechenzentrums-Anforderungen bieten gebrauchte 3100er- und 4100er-Modelle aktuell das beste Verhältnis aus Verfügbarkeit, Preis und Leistung.
Firepower 4200 – noch junge Serie, begrenzter Gebrauchtmarkt
Als neueste Serie ist die 4200er-Baureihe auf dem Gebrauchtmarkt bislang nur eingeschränkt verfügbar – wer diese Leistungsklasse benötigt, kauft aktuell meist noch Neuware.
Tipp
Prüfen Sie bei der Serienwahl nicht nur den reinen Durchsatzwert, sondern auch die Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt – eine Serie mit etwas geringerem Spitzendurchsatz, aber breiter Verfügbarkeit ist oft die wirtschaftlichere Entscheidung.
Worauf Sie beim Kauf einer gebrauchten Firepower achten sollten
Lizenzstatus und Smart-Account-Übertragung
Firepower-Geräte nutzen häufig Cisco Smart Licensing. Die Grundlagen zur Lizenzübertragbarkeit bei gebrauchter Cisco-Hardware haben wir in unserem Beitrag „Lizenzen & Firmware bei gebrauchter Netzwerktechnik“ zusammengefasst.
End-of-Life-Status je Serie
Da die fünf Serien unterschiedlich alt sind, variiert auch ihr EOL-Status erheblich – die allgemeinen Meilensteine dazu erklären wir in „EOL, EOS & End of Support erklärt“.
Durchsatz realistisch einschätzen statt Datenblattwerte blind übernehmen
Der tatsächliche Durchsatz sinkt spürbar, sobald Funktionen wie Deep Packet Inspection oder SSL-Entschlüsselung aktiv sind – kalkulieren Sie realistische Lastszenarien statt reiner Marketing-Datenblattwerte. Prüfen Sie zudem, welche SFP/SFP+-Transceiver für die vorhandenen Uplink-Ports benötigt werden.
Zertifizierte Datenlöschung
Gebrauchte Firewalls enthalten häufig noch Konfigurationsdaten des Vorbesitzers. Achten Sie auf eine dokumentierte, zertifizierte Datenlöschung vor der Weitergabe.

Fazit
Für kleine Standorte reicht die Firepower 1000 Serie meist völlig aus, mittlere Standorte sind mit der 2100er- oder aktuelleren 3100er-Serie gut bedient, und Rechenzentren finden in der 4100er- und 4200er-Serie die passende Leistungsklasse. Einen herstellerübergreifenden Blick liefert unser Firewall-Vergleich zu Cisco, Juniper und HPE – dieser Beitrag hier ergänzt ihn um die Tiefe innerhalb der Firepower-Familie.
Merke
Die passende Firepower-Serie richtet sich nach Einsatzort und Durchsatzbedarf, nicht nach der höchsten verfügbaren Modellnummer – und die Verfügbarkeit im Gebrauchtmarkt ist ein oft unterschätzter Entscheidungsfaktor.
Gerne beraten wir Sie zur passenden Firepower-Serie und Konfiguration aus unserem aktuellen, geprüften Bestand.
IT-RESELL bietet geprüfte, getestete Cisco-Firepower-Systeme aller Serien – inklusive dokumentierter Datenlöschung und individueller Beratung zur passenden Leistungsklasse.
Hinweis zu diesem Beitrag: Inhalte auf diesem Blog werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und von unserem Redaktionsteam recherchiert, fachlich geprüft und freigegeben.
Häufige Fragen zur Cisco Firepower-Serie
Was ist der Unterschied zwischen Firepower 1000 und 2100?
Die 1000er-Serie richtet sich an kleine Standorte mit überschaubarem Durchsatzbedarf, die 2100er-Serie bietet spürbar mehr Leistung für mittlere Unternehmensstandorte und Campus-Edge-Szenarien.
Was ist der Unterschied zwischen Firepower 3100 und 4100?
Die 3100er-Serie ist die aktuelle Mittelklasse mit mehr Leistung pro Rack-Einheit als ältere vergleichbare Modelle, während die 4100er-Serie auf einer modularen Chassis-Architektur für Rechenzentren mit mehreren logischen Sicherheitsinstanzen basiert.
Warum heißt Cisco Firepower jetzt teilweise Cisco Secure Firewall?
Cisco hat die Hardware-Familie zunehmend unter der Marke „Cisco Secure Firewall" vermarktet, ohne die zugrunde liegende Technologie grundlegend zu ändern. Im Gebrauchtmarkt werden beide Bezeichnungen weiterhin parallel verwendet.
Welche Firepower-Serie eignet sich für ein Rechenzentrum?
Für Rechenzentren mit hohem Durchsatzbedarf eignen sich die Serien 4100 und 4200, die auf einer modularen Chassis-Architektur basieren und mehrere logische Sicherheitsinstanzen unterstützen.
Lohnt sich eine gebrauchte Firepower 4200 schon?
Da es sich um die neueste Serie handelt, ist die Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt aktuell noch eingeschränkt. Für sehr hohe Durchsatzanforderungen kann trotzdem bereits ein Blick auf gebrauchte Modelle lohnen, sofern verfügbar.
Wie viel günstiger ist eine gebrauchte Firepower im Vergleich zur Neuware?
Die Ersparnis hängt von Serie, Modell und Zustand ab, liegt bei geprüfter, gebrauchter Hardware aber häufig deutlich unter dem Neupreis. Ein individuelles Angebot erhalten Sie direkt bei IT-RESELL.
Wie unterscheidet sich dieser Beitrag von Ihrem Firewall-Vergleich Cisco/Juniper/HPE?
Unser Firewall-Vergleich ordnet Cisco Firepower herstellerübergreifend gegen Juniper SRX und HPE Aruba ein. Dieser Beitrag geht als Vertiefung ausschließlich innerhalb der Firepower-Familie in die Tiefe und vergleicht alle fünf Serien im Detail.

