Linear Economy

Linear Economy

Definition

Die lineare Wirtschaft oder Linear Economy ist ein Wirtschaftsprinzip, welches auf einem linearen Prozess unter dem Motto 'erzeugen, verwenden, entsorgen' basiert. Rohstoffe werden aus der Natur entnommen, zu Produkten verarbeitet, konsumiert und anschließend als Abfall entsorgt. Dieses Modell beruht auf der Annahme unendlich verfügbarer Ressourcen und berücksichtigt in der Regel nicht die Wiederverwertung oder das Recycling von Produkten oder Materialien.

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Funktionsprinzip

Das Funktionsprinzip der linearen Wirtschaft besteht in einer einphasigen Richtung vom Rohstoff zum Abfall. Der Prozess beginnt mit der Rohstoffgewinnung, gefolgt von Herstellung, Transport, Verkauf und Konsum. Die Lebenszyklusphasen des Produkts enden mit seiner Entsorgung, wobei es keinen Wertrückgewinn nach dem Verbrauch gibt. Die lineare Wirtschaft definiert somit die Kette vom 'Ursprung bis zur Entsorgung' ohne Berücksichtigung einer zirkulären Ablauforganisation oder Wiederverwertung der Materialien.

Praxisbeispiele

  • Individualverpackungen in Lebensmittelgeschäften, die nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden
  • Elektroautobatterien, deren Komponenten nach dem Gebrauch nicht recycelt werden
  • Bekleidungsindustrie, wo Kleidungsstücke oft nach kurzfristigem Gebrauch entsorgt werden

Vorteile

  • Kurzfristig günstige Produkte durch kostengünstige Produktion
  • Einfachheit der Prozesse und leichtes Verständnis
  • Ermöglicht rasche Entwicklung und Markteinführung von Produkten
  • Minimale Vorabinvestition in Kreislaufprozesse erforderlich
  • Hohe Lieferketten-Effizienz durch spezialisierte Prozesse
  • Erzeugt Arbeitsplätze in Produktion und Entsorgung
  • Einfachere Logistik im Vergleich zur Kreislaufwirtschaft
  • Breit etabliertes und akzeptiertes Modell

Herausforderungen

  • Hoher Verbrauch von natürlichen Ressourcen
  • Erzeugung großer Abfallmengen
  • Fehlende Nachhaltigkeit und langfristige Umweltverträglichkeit
  • Abhängigkeit von kontinuierlicher Rohstoffversorgung
  • Risiko von Preisvolatilität und Lieferkettenunterbrechungen
  • Mangelnde Einbeziehung von Recycling- und Wiederverwendungsmöglichkeiten
  • Potential für negative Umweltauswirkungen
  • Bedrohung der Artenvielfalt durch Ressourcenabbau und Verschmutzung

Best Practices

  • Ressourceneffiziente Prozessgestaltung und Technologieeinsatz
  • Reduzierung der Produktnutzungsdauer durch Design
  • Förderung von Abfallvermeidung und -reduzierung
  • Einbeziehung von Recycling und Wiederverwendung bei der Produktplanung
  • Verwendung erneuerbarer oder recycelbarer Materialien
  • Umweltverantwortliches Unternehmensmanagement
  • Einsatz von Life-Cycle-Assessment-Methoden zur Beurteilung der ökologischen Effizienz
  • Einbeziehung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien in die Geschäftsstrategie

Fazit

Obwohl die lineare Wirtschaft momentan am weitesten verbreitet ist und kurzfristig vorteilhaft erscheinen mag, stellt sie aufgrund ihrer Nachteile bezüglich Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung langfristig eine Herausforderung für Wirtschaft und Umwelt dar. Das Prinzip 'erzeugen, konsumieren, entsorgen' muss durch 'erzeugen, konsumieren, recyceln' ersetzt werden, wie es in der zirkuläreren Wirtschaft vorgesehen ist. Der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft könnte dabei helfen, Ressourcenschonung, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit besser zu integrieren, während gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette gestärkt wird.