Plattform als Ressource (PaaS)
Plattform als Ressource (PaaS)
Definition
Plattform als Ressource (Platform as a Service, PaaS) ist ein auf Cloud-Technologie basierendes Bereitstellungsmodell, in dem ein Serviceanbieter eine Plattform - bestehend aus Hard- und Software - zur Verfügung stellt, über die Kunden auf verschiedenen Ebenen ihre Anwendungen entwickeln, ausführen und verwalten können.
Weitere Informationen (Wikipedia)
Funktionsprinzip
Im PaaS-Modell stellt der Anbieter die Infrastruktur sowie Anwendungsrahmenwerk bereit. Der Kunde benötigt somit keine eigenen Server oder Software, sondern kann direkt auf die bereitgestellte Plattform zugreifen. Hier können sie Anwendungen entwickeln, testen und ausführen. Die dafür benötigten Tools und Programmiersprachen sind auf der Plattform vorinstalliert und werden vom Anbieter gewartet und aktualisiert. Da sowohl die Hard- als auch die Software-Komponenten des Service vom Anbieter bereitgestellt und verwaltet werden, hat der Kunde lediglich die Kontrolle über die von ihm entwickelten Anwendungen selbst.
Praxisbeispiele
- Ein Entwicklerteam entwickelt eine neue Softwareanwendung auf einer PaaS-Plattform, um Ressourcen zu sparen.
- Ein Unternehmen nutzt PaaS zur Bereitstellung von webbasierten Geschäftsanwendungen.
- Ein Start-Up verwendet PaaS für die schnelle und effiziente Entwicklung und Bereitstellung einer mobile App.
Vorteile
- Kosteneinsparungen durch Eliminierung von Hardware- und Softwareinvestitionen.
- Schnelle Bereitstellung und Skalierung von Anwendungen.
- Höhere Produktivität der Entwicklerteams durch vorinstallierte Tools.
- Flexibilität und Standortunabhängigkeit durch Cloud-Zugriff, Keine Notwendigkeit zur Wartung und Aktualisierung der Plattform.
- Möglichkeit zur Fokussierung auf Geschäftsziele, nicht auf IT-Infrastruktur.
- Kürzere Markteinführungszeiten für neue Anwendungen.
- Verbesserte Zusammenarbeit im Team durch zentrale Plattform.
- Einfach erweiterbar bei erhöhtem Bedarf.
Herausforderungen
- Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter (Vendor Lock-In).
- Nebenwirkungen bei Ausfällen des Anbieters.
- Potenzielle Daten- und Anwendungssicherheitsprobleme.
- Einschränkungen bei der Anpassung.
- Ungewisse langfristige Kosten.
- Problematische Portabilität und Integrationsfähigkeit von Anwendungen.
- Eingeschränkte Kontrolle über die Plattform und Infrastruktur.
- Möglicher Mangel an Support für spezifische Programmiersprachen oder Tools.
Best Practices
- Verwendung von standortübergreifenden, redundanten PaaS-Strukturen zur Ausfallsicherung.
- Regelmäßige Überprüfung und Analyse der Kosten.
- Beachtung von Datensicherheitsstandards und -gesetzen.
- Vermeidung eines vollständigen Vendor Lock-Ins durch Nutzung mehrerer PaaS-Anbieter.
- Einsatz von Container-Technologien zur Verbesserung der Portabilität.
- Laufende Überwachung der Systemperformanz und -sicherheit.
- Prüfen des Supports für die benötigten Programmiersprachen und Tools vor Einsatz.
- Berücksichtigung von Skalierungsmöglichkeiten in der Planungsphase.
Fazit
PaaS bietet erhebliche Vorteile für Unternehmen aller Art und Größe. Der Zugang zu topaktuellen Entwicklertools, die hohe Skalierbarkeit, Kosteneinsparungen sowie die Möglichkeit, sich auf Kerngeschäftsziele konzentrieren zu können und gleichzeitig hochwertige Anwendungen zu entwickeln, sprechen für den Einsatz von PaaS. Trotz bestimmter Herausforderungen, etwa hinsichtlich Abhängigkeit, Sicherheit und Kontrolle, lassen sich diese mit geeigneten Strategien und Best Practices bewältigen. Angesichts der aufstrebenden Trends hin zu Cloud-Computing und digitaler Transformation, wird die Relevanz von PaaS-Modellen in der Zukunft voraussichtlich weiter zunehmen.
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