
Während unsere bisherigen Beiträge zu Server-Festplatten und RAID-Controllern die Speichersysteme selbst behandeln, geht es in diesem Artikel um die Vernetzung dieser Systeme im Rechenzentrum. Cisco MDS SAN-Switches verbinden Server über Fibre Channel mit zentralen Storage-Arrays und bilden damit das Rückgrat vieler Storage-Area-Network-Umgebungen.
Dieser Beitrag stellt die MDS-Serie von der kompakten 9100er-Baureihe bis zu den modularen 9700er-Directors vor, erklärt die wichtigsten SAN-Konzepte und zeigt, worauf Sie beim Kauf gebrauchter MDS-Switches achten sollten, damit Ihre Speicherinfrastruktur zuverlässig und sicher betrieben werden kann.
Was ist ein SAN-Switch und wofür wird er gebraucht?
Ein SAN-Switch (Storage Area Network) verbindet Server und Storage-Systeme über das Fibre-Channel-Protokoll, getrennt vom klassischen Ethernet-Netzwerk. Diese dedizierte Fabric ermöglicht hohe, planbare Durchsatzraten und geringe Latenzen für den Speicherzugriff, unabhängig von der übrigen Netzwerklast. Details zu den Speicherprotokollen selbst finden Sie in unserem Beitrag zu Server-Festplatten (SAS, SATA und NVMe) sowie in unserem Beitrag zu RAID-Controllern und HBAs.
Die Cisco MDS-Serie im Überblick
MDS 9100-Serie: kompakte Einstiegs- und Edge-Switches
Die MDS-9100-Serie umfasst feste, kompakte Switches mit 24 bis 48 Ports und eignet sich für kleinere SAN-Fabrics oder als Edge-Switch in größeren, gestaffelten Fabric-Designs.
MDS 9300-Serie: die aktuelle Generation mit höheren Geschwindigkeiten
Die MDS-9300-Serie bietet deutlich höhere Portdichten von bis zu 96 Ports und unterstützt aktuelle Fibre-Channel-Geschwindigkeiten von 32G und teilweise 64G, was sie zur bevorzugten Wahl für moderne, mittelgroße SAN-Umgebungen macht.
MDS 9700-Serie: modulare Director-Switches für den SAN-Kern
Für große, konsolidierte Rechenzentren bietet die MDS-9700-Serie modulare Chassis-Systeme mit mehreren Hundert Ports und hoher Redundanz, vergleichbar mit der Rolle, die Nexus-9500-Chassis im klassischen Ethernet-Rechenzentrumsnetz übernehmen.
Wichtige SAN-Konzepte: VSAN, Zoning und NPV
VSAN für die Fabric-Segmentierung
Ein VSAN (Virtual SAN) segmentiert eine physische Fibre-Channel-Fabric in mehrere logisch getrennte Teilnetze, ähnlich dem Prinzip von VLANs im Ethernet-Umfeld. Das erlaubt es, mehrere unabhängige SAN-Umgebungen auf gemeinsamer Hardware zu betreiben.
Zoning für kontrollierten Speicherzugriff
Zoning legt fest, welche Server (Initiatoren) auf welche Storage-Ziele zugreifen dürfen, und ist damit ein zentraler Sicherheitsmechanismus innerhalb einer Fibre-Channel-Fabric.
NPV für einfache Edge-Anbindung
N-Port Virtualization (NPV) erlaubt es Edge-Switches, Serveranfragen ohne eigene Domain-ID an einen übergeordneten Fabric-Switch weiterzuleiten, was besonders bei der Anbindung von Blade-Server-Umgebungen den administrativen Aufwand reduziert.
Tipp
Planen Sie SAN-Fabrics grundsätzlich redundant mit zwei getrennten Fabrics (häufig als SAN A und SAN B bezeichnet), damit ein einzelner Switch-Ausfall den Speicherzugriff nicht unterbricht.

Fibre-Channel-Geschwindigkeiten im Überblick: von 8G bis 64G
Fibre Channel hat sich über mehrere Generationen von 8G über 16G und 32G bis zu aktuell 64G weiterentwickelt. Jede Generation verdoppelt dabei annähernd den maximalen Durchsatz pro Port, wobei ältere und neuere Generationen häufig abwärtskompatibel zueinander sind, solange die eingesetzten Transceiver zur jeweiligen Geschwindigkeit passen. Für die praktische Planung lohnt sich dabei ein Blick auf die tatsächlich angebundenen Storage-Systeme, denn die schnellste Fabric bringt keinen Vorteil, wenn das angeschlossene Speichersystem selbst deutlich langsamer arbeitet.
Cisco MDS-Serie im Vergleich: Übersichtstabelle
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Kriterium | MDS 9100 | MDS 9300 | MDS 9700 |
|---|---|---|---|
| Bauform | Fest, kompakt | Fest, hohe Portdichte | Modulares Chassis |
| Portzahl | 24 bis 48 Ports | Bis 96 Ports | Mehrere Hundert Ports |
| FC-Geschwindigkeit | Bis 16G FC | Bis 32G/64G FC | Bis 64G FC |
| Einsatz | Kleinere Fabrics, Edge | Mittelgroße Fabrics | Großer, konsolidierter SAN-Kern |
Welche MDS-Serie passt zu welcher SAN-Größe?
MDS 9100 für kleinere Umgebungen und Außenstellen
Für kleinere Serverräume oder Außenstellen mit begrenztem Storage-Bedarf reicht die kompakte 9100er-Serie meist völlig aus.
MDS 9300 für moderne, mittelgroße SAN-Fabrics
Unternehmen mit wachsendem Storage-Bedarf und dem Wunsch nach aktuellen Fibre-Channel-Geschwindigkeiten finden in der 9300er-Serie die passende Balance aus Portdichte und Investitionsschutz.
MDS 9700 für große, konsolidierte Rechenzentren
Für große Rechenzentren mit vielen angebundenen Servern und Storage-Systemen bietet die modulare 9700er-Serie die notwendige Skalierbarkeit und Redundanz für einen zentralen SAN-Kern.
Worauf Sie beim Kauf gebrauchter Cisco-MDS-Switches achten sollten
Fibre-Channel-Geschwindigkeit und Transceiver-Kompatibilität
Stellen Sie sicher, dass die verbauten Transceiver zur gewünschten Fibre-Channel-Geschwindigkeit passen und mit Ihren angeschlossenen Servern und Storage-Systemen kompatibel sind.
Lizenzumfang und Portaktivierung
Bei vielen MDS-Modellen sind nicht alle physisch vorhandenen Ports von Beginn an lizenziert. Klären Sie vor dem Kauf, wie viele Ports tatsächlich aktiviert sind. Allgemeine Hinweise zur Lizenzübertragbarkeit bei gebrauchter Cisco-Hardware finden Sie in unserem Beitrag „Lizenzen und Firmware bei gebrauchter Netzwerktechnik“.
End-of-Life-Status
Wie jede Netzwerktechnik unterliegen auch MDS-Switches einem Support-Lebenszyklus. Die allgemeinen Meilensteine dazu erklären wir in „EOL, EOS und End of Support erklärt“.
Zertifizierte Datenlöschung der Zoning-Konfiguration
Gebrauchte MDS-Switches enthalten häufig noch Zoning- und VSAN-Konfigurationen des Vorbesitzers, die Rückschlüsse auf dessen Storage-Infrastruktur zulassen. Achten Sie auf eine dokumentierte, zertifizierte Datenlöschung vor der Weitergabe.

Fazit
Für kleinere Fabrics reicht die MDS-9100-Serie, moderne mittelgroße Umgebungen profitieren von der 9300er-Serie, und große Rechenzentren finden im modularen 9700er-Chassis die passende Skalierbarkeit. Wer zusätzlich klassisches Ethernet-Switching benötigt, findet in unseren Beiträgen zu Cisco Nexus, Cisco Catalyst und Cisco Industrial Ethernet die passenden Einordnungen für die jeweils anderen Netzwerkebenen.
Merke
Cisco deckt mit Catalyst, Nexus, IE und MDS vier klar getrennte Einsatzebenen ab. Campus, Rechenzentrums-Ethernet, Fertigung und Storage-Fabric. Die richtige Serie richtet sich immer nach dem konkreten Anwendungsfall.
Gerne beraten wir Sie zur passenden MDS-Konfiguration für Ihre bestehende oder geplante SAN-Infrastruktur und zu den notwendigen Transceivern für Ihre gewünschte Fibre-Channel-Geschwindigkeit.
IT-RESELL bietet geprüfte, getestete Cisco-MDS-SAN-Switches aller gängigen Serien, inklusive dokumentierter Datenlöschung und individueller Beratung zur passenden Fabric-Architektur.
Hinweis zu diesem Beitrag: Inhalte auf diesem Blog werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und von unserem Redaktionsteam recherchiert, fachlich geprüft und freigegeben.
Häufige Fragen zu Cisco MDS SAN-Switches
Was ist der Unterschied zwischen einem SAN-Switch und einem normalen Netzwerk-Switch?
Ein SAN-Switch nutzt das Fibre-Channel-Protokoll für die dedizierte Verbindung zwischen Servern und Storage-Systemen, während ein normaler Netzwerk-Switch auf Ethernet basiert und den allgemeinen Datenverkehr transportiert. Beide Netzwerke werden in der Praxis meist physisch getrennt betrieben.
Was ist ein VSAN bei Cisco MDS?
Ein VSAN segmentiert eine physische Fibre-Channel-Fabric in mehrere logisch getrennte Teilnetze, ähnlich dem Prinzip von VLANs im Ethernet-Umfeld, und erlaubt so mehrere unabhängige SAN-Umgebungen auf gemeinsamer Hardware.
Welche Fibre-Channel-Geschwindigkeit unterstützt die MDS-9300-Serie?
Die MDS-9300-Serie unterstützt je nach Modell Geschwindigkeiten von 32G bis 64G Fibre Channel und deckt damit die aktuellen Anforderungen moderner SAN-Fabrics ab.
Lohnt sich eine gebrauchte MDS 9700 für ein mittelständisches Rechenzentrum?
Das hängt von der tatsächlichen Portanzahl und dem Wachstumsbedarf ab. Für viele mittelständische Umgebungen kann bereits die kompaktere 9300er-Serie ausreichend Kapazität bieten, während die 9700er-Serie vor allem bei größerem, konsolidiertem Bedarf ihre Stärken ausspielt.
Was bedeutet NPV bei Cisco-MDS-Switches?
N-Port Virtualization erlaubt es Edge-Switches, Serveranfragen ohne eigene Domain-ID an einen übergeordneten Fabric-Switch weiterzuleiten, was den administrativen Aufwand bei der Anbindung vieler Server reduziert.
Werden bei Cisco-MDS-Switches nicht aktivierte Ports separat lizenziert?
Bei vielen Modellen ja. Nicht alle physisch vorhandenen Ports sind ab Werk aktiviert, und zusätzliche Portlizenzen müssen gegebenenfalls separat erworben werden. Klären Sie den tatsächlichen Lizenzumfang vor dem Kauf mit dem Anbieter.
Wie unterscheidet sich Cisco MDS von Nexus, Catalyst und IE?
Catalyst deckt Campus-Netzwerke ab, Nexus klassisches Rechenzentrums-Ethernet, IE gehärtete Fertigungsumgebungen, und MDS ist speziell für Fibre-Channel-SAN-Fabrics zwischen Servern und Storage-Systemen konzipiert.

