
Jede ausgemusterte Notebook-Flotte, jeder dekommissionierte Server, jeder ersetzte Switch ist eine doppelte Investitionschance: ungenutzter Restwert auf der einen Seite, vermeidbarer CO₂-Fußabdruck auf der anderen. Eine aktuelle Lebenszyklusanalyse von Fraunhofer UMSICHT beziffert die Treibhausgas-Einsparung beim Refurbishment je nach Gerätetyp auf 18 bis 37 Prozent gegenüber der Neuproduktion – bei Laptops auf rund 31 Prozent [1]. Gleichzeitig setzen laut Bitkom bereits 15 Prozent der Unternehmen in Deutschland Refurbished-IT ein, weitere 15 Prozent erwägen es; entscheidende Voraussetzung ist für 75 Prozent eine ausreichende Gewährleistung [2].
IT-Remarketing macht genau das möglich: aus stillgelegter Hardware werden wieder Kapital, CO₂-Einsparung und ein revisionssicherer Datenschutz-Nachweis. Dieser Leitfaden erklärt, was IT-Remarketing ist, wie der Prozess in der Praxis abläuft, was Ihre Hardware heute wert ist, welche Zertifizierungen einen seriösen Anbieter kennzeichnen und worauf Sie bei der Partnerwahl achten sollten.
Was ist IT-Remarketing?
Unter IT-Remarketing versteht man den strukturierten Wiederverkauf gebrauchter Business-Hardware nach ihrem Ersteinsatz im Unternehmen. Das schließt Notebooks, Server, Storage-Systeme und Netzwerktechnik ein, die zwar aus dem aktiven Betrieb ausgeschieden sind, aber noch einen messbaren Marktwert haben.
Ziel ist es, IT-Assets nicht zu entsorgen, sondern in einen zweiten Lebenszyklus zu überführen – wirtschaftlich, ökologisch und datenschutzkonform.
Abgrenzung zu Refurbishing, ITAD und Recycling
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Tätigkeiten:
- Refurbishing – die rein technische Wiederaufbereitung eines einzelnen Gerätes (Komponententausch, Reinigung, Funktionstest). Refurbishing ist ein Schritt im Remarketing-Prozess, aber kein eigenständiges Geschäftsmodell.
- ITAD (IT Asset Disposition) – der Oberbegriff für die geordnete Außerbetriebnahme von IT-Assets. ITAD umfasst Remarketing, Recycling, Datenlöschung und Reporting.
- IT-Remarketing – der wertorientierte Teil von ITAD: Aufbereitung mit dem Ziel des Wiederverkaufs.
- Recycling – die stoffliche Verwertung von Geräten, die nicht mehr remarketing-fähig sind. Materialien werden zerlegt und Rohstoffe zurückgewonnen.
Vereinfacht: Remarketing ist immer ITAD, aber nicht jedes ITAD-Projekt ist Remarketing. Recycling kommt erst dann ins Spiel, wenn kein Marktwert mehr vorhanden ist.
Welche Hardware eignet sich für IT-Remarketing?
Grundsätzlich alle hochwertigen Business-Geräte mit funktionierender Hardware-Basis. In der Praxis sind das vor allem:
- Notebooks und Workstations – Lenovo ThinkPad, Dell Latitude, HP EliteBook und vergleichbare Business-Linien.
- Server – HPE ProLiant, Dell PowerEdge, Cisco UCS, Lenovo ThinkSystem, Supermicro.
- Netzwerktechnik – Cisco Catalyst und Meraki, HPE Aruba, Juniper EX/SRX/MX, Fortinet, Extreme.
- Storage-Systeme – NetApp, Dell EMC, HPE 3PAR und Nimble, Pure Storage.
- Monitore, IP-Telefone, Smartphones, Tablets
- USV-Anlagen – APC, Eaton, Riello.
Geräte aus dem reinen Consumer-Segment haben dagegen meist zu geringen Restwert, um den Aufwand zu rechtfertigen.
Warum IT-Remarketing? Drei Treiber für Unternehmen
Wirtschaftlich – Restwert statt Abschreibung
Hardware verliert nach der ersten Abschreibung nicht ihren gesamten Wert. Je nach Produktkategorie und Generation lassen sich noch 10 bis 40 Prozent des ursprünglichen Anschaffungspreises erzielen – vorausgesetzt, der Verkaufszeitpunkt wird nicht verpasst.
Im Cashflow zeigt sich der Effekt unmittelbar: Während Recycling oft mit Entsorgungskosten zu Buche schlägt und Eigenverkauf intern erhebliche Ressourcen bindet, bringt professionelles Remarketing einen Netto-Erlös ohne eigenen Aufwand.
Ökologisch – bis zu 37 % weniger CO₂ pro Gerät (Fraunhofer 2025)
Die Produktion neuer IT-Hardware ist der größte CO₂-Treiber im gesamten Lebenszyklus. Bei einem Business-Notebook entfallen laut TCO Certified rund 80 Prozent des gesamten CO₂-Fußabdrucks auf die Herstellung – bevor das Gerät auch nur ein einziges Mal eingeschaltet wird.
Wie groß der Hebel ist, hat eine Lebenszyklusanalyse von Fraunhofer UMSICHT im Auftrag von Interzero (2025) erstmals quantitativ beziffert:
- Smartphones: rund 37 % weniger Treibhausgase bei Weiternutzung (≈ 35 kg pro Gerät)
- Tablets: rund 34 % (≈ 59 kg)
- Laptops: rund 31 % (≈ 107 kg)
- Desktop-PCs: rund 18 % (≈ 163 kg)

Treibhausgas-Einsparung je Gerätetyp: Smartphone 37 %, Tablet 34 %, Laptop 31 %, Desktop-PC 18 %.
Über alle Gerätetypen liegt die Einsparung damit zwischen 18 und 37 Prozent gegenüber einem einmaligen Lebenszyklus. Für ein Unternehmen, das 50 Notebooks austauscht, entspricht das rund 5 Tonnen CO₂e – ein handfester Beitrag für den Nachhaltigkeitsbericht.
Bitkom prognostiziert darüber hinaus, dass die Digitalisierung Deutschland bis 2030 helfen kann, bis zu 73 Millionen Tonnen CO₂ einzusparen – Refurbished-IT ist dabei ein zentraler Hebel.
Rechtlich – DSGVO, CSRD und ESG-Reporting
Datenschutz ist beim Hardware-Lifecycle der häufigste Stolperstein. Wer Geräte mit Speichermedien außer Haus gibt, ohne zertifizierte Löschung und Protokoll, haftet nach Art. 32 DSGVO für Datenpannen – auch wenn die Geräte schon seit Jahren nicht mehr im Einsatz waren.
Hinzu kommt die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD): Ab dem Berichtsjahr 2025 müssen größere Mittelständler und ab 2026 auch kleinere börsennotierte Unternehmen Scope-3-Emissionen dokumentieren. Ein professioneller Remarketer liefert genau die Belege, die dafür nötig sind.
Besonders relevant ist dies im Kontext der Scope-3-Emissionen – also indirekter Treibhausgase entlang der Wertschöpfungskette. IT-Assets stellen dabei einen messbaren und gut dokumentierbaren Teil der Umweltwirkung dar.
Der IT-Remarketing-Prozess in 7 Schritten
Ein professioneller Anbieter führt strukturiert durch sieben aufeinander aufbauende Phasen. Jeder Schritt erfüllt eine spezifische Funktion – wirtschaftlich, datenschutzrechtlich oder reportingtechnisch.

Der vollständige IT-Remarketing-Prozess in sieben Schritten – von der Bestandsaufnahme bis zum ESG-Nachweis.
1. Bestandsaufnahme & Wertgutachten
Sie übermitteln Geräteliste, Modellbezeichnungen, Seriennummern und Mengen. Ein erfahrener Hardware-Bewerter erstellt darauf basierend ein erstes Angebot mit marktnahen Ankaufspreisen. Bei größeren Lots erfolgt zusätzlich eine Vor-Ort-Begehung.
2. Logistik & sicherer Transport
Die Hardware wird verplombt und nach Datenschutz-Standards transportiert. Bei besonders sensiblen Geräten – etwa Servern aus Banken, Versicherungen oder Behörden – erfolgt der Transport in GPS-überwachten Fahrzeugen.
3. Inventarisierung & Funktionsprüfung
Alle Geräte werden im Wareneingang einzeln erfasst, mit Seriennummern dokumentiert und auf Funktion getestet. Ergebnis ist ein Reporting mit Zustandsklassen, Marktwert und ggf. Reparaturbedarf.
4. Zertifizierte Datenlöschung
Seriöse Anbieter setzen auf Software wie Blancco, die nach Standards wie NIST 800-88 Rev. 1 oder DIN 66399 löscht [7]. Für jeden Datenträger wird ein Löschprotokoll mit Seriennummer ausgestellt; nicht zuverlässig löschbare Datenträger werden physisch geschreddert. Mehr dazu auf unserer Datenschutz-Seite.
5. Refurbishment
Reinigung, Komponententausch (Akku, Wärmeleitpaste, ggf. SSD-Upgrade) und Funktionstest. Geräte erhalten Zustandsklassen wie A (sehr gut), B (gut, leichte Gebrauchsspuren) oder C (deutliche Spuren, voll funktional). Diese Klassifizierung steuert den späteren Verkaufskanal.
6. Wiedervermarktung über mehrere Kanäle
Aufbereitete Hardware geht über etablierte B2B-Vertriebswege an Folgekunden – Mittelstand, Bildungseinrichtungen, gewerbliche Wiederverkäufer und internationale Broker. Die Diversifikation der Kanäle ist entscheidend für maximale Erlöse.
7. Reporting & ESG-Nachweis
Sie erhalten den finalen Auszahlungsbeleg, das vollständige Löschprotokoll und – auf Wunsch – einen CO₂-Nachweis für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit ist das Projekt revisionssicher abgeschlossen und liefert harte Daten für CSRD-, ESG- und ISO-Audits.
Wie viel ist gebrauchte Business-IT wert?
Die Restwert-Faktoren
Die Bewertung folgt sechs Hauptfaktoren, die im Zusammenspiel den finalen Ankaufspreis ergeben:

Die sechs zentralen Restwert-Treiber bei Enterprise-Hardware: Alter, Zustand, Nachfrage, EOL-Status, Lizenzen und Stückzahl.
- Alter & Generation – Ein Cisco Catalyst 2960 von 2015 hat einen anderen Marktwert als ein Catalyst 9300 von 2022.
- Zustand – optisch (Kratzer, Beulen, fehlende Blenden) und technisch (Funktion, Akku-Kapazität, Lüfter, Display-Pixel).
- Marktnachfrage – Geräte mit aktiver Nachfrage am Sekundärmarkt erzielen Premium-Preise.
- EOL/EOS-Status – sobald der Hersteller den Support einstellt (End of Sale, End of Life), sinkt der Marktwert oft drastisch und schnell.
- Lizenzen & Zubehör – aktive Cisco Smart-Net-Verträge, vollständige Caddies, Rails und Netzteile heben den Restwert spürbar.
- Stückzahl – ab 25–50 baugleichen Geräten greifen Volumeneffekte; B2B-Käufer zahlen für Lots besser als für Einzelstücke.
Rechenbeispiel: Eine Notebook-Flotte mit 50 Geräten
Angenommen, ein Unternehmen mustert 50 Business-Notebooks der vorletzten Generation aus – etwa Lenovo ThinkPad T14s oder Dell Latitude 5430:
- Ankaufswert je Gerät (Zustand B, vollständig): hoher zwei- bis niedriger dreistelliger Eurobetrag, je nach Display, Akku und Konfiguration.
- 50 Geräte → ein vier- bis niedriger fünfstelliger Gesamterlös, der direkt gegen die Neubeschaffung verrechnet werden kann.
- Zusätzlich: vermiedene Entsorgungskosten plus ein dokumentierter CO₂-Vorteil von rund 5 Tonnen CO₂e (50 × ≈107 kg) für den Nachhaltigkeitsbericht.
Der eigentliche Hebel liegt im Zeitpunkt: Dieselbe Flotte zwei Jahre später, nach dem End of Sale und mit schwächeren Akkus, bringt oft nur noch die Hälfte.
Praxisbeispiele aus dem Enterprise-Umfeld
Angenommen, ein Unternehmen mustert 50 Business-Notebooks der vorletzten Generation aus – etwa Lenovo ThinkPad T14s oder Dell Latitude, rund drei Jahre alt, im Zustand B. Eine realistische Größenordnung (Stand 2026, ohne Defektabschläge):
Konkrete Größenordnungen aus typischen Remarketing-Projekten (Stand 2026, ohne Zustandsabschläge):
- Dell PowerEdge R640 (~3 Jahre alt, mittelgroße Konfiguration): häufig im niedrigen vierstelligen Eurobereich pro Server, je nach RAM- und CPU-Bestückung. Server-Ankauf anfragen
- Cisco Catalyst 9300-48P (gut erhalten): typischerweise dreistellige bis niedrige vierstellige Werte je Switch. Netzwerktechnik verkaufen
- Lenovo ThinkPad T14s (vorletzte Generation): zwei- bis dreistellige Eurobeträge je Notebook, abhängig von Display, Akku und SSD-Größe. Laptop-Flotte verkaufen
- NetApp FAS-Storage mit aktuellen Disks: hohe vierstellige Beträge je Shelf möglich. Storage verkaufen
Diese Werte sind Indikationen. Eine konkrete Bewertung erfolgt nach Eingang Ihrer Geräteliste.
Was den Wert killt
Drei Faktoren reduzieren den Restwert besonders stark:
- Fehlende oder veraltete Hersteller-Lizenzen – bei Cisco-Switches kann eine fehlende DNA-Advantage- oder Smart-Net-Verlängerung den Wert halbieren.
- Unvollständigkeit – ein Server ohne Caddies, Rails und Netzteile ist als „Barebone“ deutlich schwerer zu vermarkten.
- Nahende EOL-Daten – wer Hardware noch zwei Jahre vor dem offiziellen End of Sale verkauft, erlöst oft das Doppelte gegenüber einem Verkauf nach dem Support-Ende.
Tipp
Hardware nicht ungeplant „im Depot altern lassen“. Der größte Werthebel ist der Verkaufszeitpunkt, nicht die Verhandlung.
Zertifizierungen: Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen
„Zertifizierte Datenlöschung“ steht auf vielen Websites – doch die entscheidende Frage ist, welche Standards der Anbieter tatsächlich erfüllt und wie er das nachweist.
| Standard | Was er prüft | Relevanz für Sie |
|---|---|---|
| ISO/IEC 27001 | Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) des gesamten Betriebs | Nachweis, dass mit Ihren Daten über den kompletten Auftrag hinweg kontrolliert umgegangen wird |
| ADISA ICT Asset Recovery | Forensische Prüfung des gesamten ITAD-Prozesses, inkl. unangekündigter Audits | Höchste Stufe der Daten- und Prozesssicherheit speziell für ITAD-Anbieter |
| SERI R2v3 | Verantwortungsvolle Wiederverwendung und Recycling von Elektronik | „Zero-to-Landfill“-Orientierung für die nicht verkaufbaren Reste |
| e-Stewards | Recycling-Standard des Basel Action Network | Schutz vor illegalem Export von Elektroschrott in Drittländer |
| ISO 14001 | Umweltmanagementsystem | Beleg für kontinuierlich reduzierte Umweltwirkung – relevant für ESG |
| ISO 9001 | Qualitätsmanagementsystem | Konsistente, wiederholbare Servicequalität über alle Aufträge |
Relevante Zertifizierungen für IT-Remarketing-Anbieter im Überblick.
Wichtig
NIST 800-88 und DIN 66399 sind Lösch- bzw. Vernichtungs-Standards, Blancco ist die Software, die danach arbeitet – sie ersetzen keine Betriebs-Zertifizierung wie ISO 27001 oder ADISA. Ein vertrauenswürdiger Partner kombiniert beides: geprüfte Löschverfahren auf Geräteebene und ein zertifiziertes Managementsystem auf Betriebsebene.
Remarketing vs. Recycling vs. Eigenverkauf – die Entscheidungsmatrix
Welcher Verwertungsweg passt für welches Szenario? Diese Übersicht hilft bei der ersten Einordnung:
| Kriterium | IT-Remarketing | Recycling | Eigenverkauf (eBay etc.) |
|---|---|---|---|
| Restwert-Realisierung | hoch | gering bis null | mittel |
| Aufwand intern | gering | mittel | sehr hoch |
| DSGVO-Sicherheit | zertifiziert | teilweise | Eigenverantwortung |
| ESG-Reporting | belegbar | belegbar | nicht standardisiert |
| Geeignet für | Business-Geräte mit Marktwert | defekte / EOL-Geräte | Einzelstücke ohne Compliance-Bedarf |
| Skalierbarkeit | hoch (Lots ab ~25 Stück) | beliebig | keine |
Entscheidungsmatrix Remarketing vs. Recycling vs. Eigenverkauf.
Faustregel
Sobald Datenschutz, ESG-Reporting oder größere Stückzahlen im Spiel sind, ist Eigenverkauf praktisch immer unwirtschaftlich. Recycling ist die richtige Wahl bei wirklich defekten oder veralteten Geräten ohne Sekundärmarkt.
Den richtigen Remarketing-Partner wählen: 7 Kriterien
Nicht jeder Anbieter, der „IT-Remarketing“ auf der Website hat, liefert die gleiche Qualität. Diese Punkte sollten Sie vor der Vergabe klären:
- Zertifizierte Datenlöschung – Blancco-Software, NIST 800-88 oder mindestens DIN 66399, mit Löschprotokoll je Datenträger und Seriennummer.
- Anerkannte Betriebs-Zertifizierungen – ISO 27001 und idealerweise ADISA als Beleg für geprüfte Prozesssicherheit (siehe Tabelle oben).
- B2B-Vertriebskanäle – je breiter die Verkaufskanäle, desto höher der erzielbare Preis.
- Transparente Bewertung – schriftliches Angebot, klare Kriterien, keine versteckten Servicepauschalen.
- Erfahrung mit Enterprise-Hardware – Server, Storage und Netzwerktechnik bewertet kein Generalist zuverlässig. Fragen Sie nach Referenzprojekten.
- Logistikkompetenz – eigener Fuhrpark oder zertifizierte Logistikpartner, GPS-überwachter Transport bei Bedarf.
- Klarer Vertragsstatus – Kaufvertrag mit Übergang von Eigentum und Haftung, nicht reines Konsignationsmodell.
Tipp
Lassen Sie sich vor dem ersten Auftrag ein Beispiel-Löschprotokoll und einen Beispiel-Auszahlungsbeleg zeigen. Das sagt mehr als jede Marketing-Broschüre.
IT-Remarketing in der Praxis: Typische Anlässe
Geplanter Refresh-Zyklus
Notebook-Flotten werden meist alle drei bis fünf Jahre erneuert. Wer den Remarketing-Prozess in den Refresh-Zyklus einplant, kann den Erlös direkt gegen die Neubeschaffungskosten verrechnen – ein klassischer TCO-Hebel.
Standortschließung & Konsolidierung
Ob Bürostandort oder kompletter Datacenter-Move: Bei einer Konsolidierung fallen oft Hunderte oder Tausende Geräte an. Hier zählen Geschwindigkeit und Logistikkompetenz des Anbieters – und die Fähigkeit, heterogene Gerätemengen strukturiert zu verarbeiten.
Wichtig ist zudem die Geschwindigkeit: Wer einen Standort schließt, muss in der Regel zu einem festen Stichtag die Schlüssel übergeben. Ein erfahrener Remarketer plant den gesamten Ablauf rückwärts vom Räumungstermin.
Insolvenz oder Liquidation
Bei Insolvenzverwaltern und Liquidationen geht es meist um Geschwindigkeit. Ein erfahrener Remarketer kann innerhalb weniger Tage eine Erstbewertung liefern und – nach Freigabe – den Abtransport koordinieren.
Fazit
IT-Remarketing ist mehr als ein nettes Add-on im Lifecycle-Management. Es ist die wirtschaftlich, ökologisch und rechtlich saubere Antwort auf die Frage, was nach der Abschreibung mit der Hardware geschieht. Wer den Prozess strukturiert angeht, sichert sich messbare Restwerte, je nach Gerätetyp 18 bis 37 Prozent weniger Treibhausgase, vollständige DSGVO-Konformität – und liefert dem Nachhaltigkeitsbericht harte Kennzahlen.
Entscheidend ist die Wahl des Partners. Achten Sie auf zertifizierte Datenlöschung, anerkannte Zertifizierungen wie ISO 27001 oder ADISA, breite B2B-Vertriebskanäle, transparente Bewertung und vollständiges Reporting. Eine kostenlose Erstbewertung verpflichtet zu nichts und zeigt schnell, ob sich Remarketing für Ihre konkrete Hardware lohnt.
Wir kaufen Ihre gebrauchte IT – datenschutzkonform, unkompliziert und nachhaltig. Kostenlose Bewertung innerhalb von 24 Stunden.
- [1] Fraunhofer UMSICHT / Interzero (2025): Treibhausgaseinsparungen durch Wiedernutzung ausgewählter IKT-Geräte. interzero.de – Zugriff: 25.05.2026
- [2] Bitkom (2024): Mehr Unternehmen nutzen Refurbished-IT. bitkom.org – Zugriff: 25.05.2026
- [3] TCO Certified (2025): Circularity in practice – CO₂-Fußabdruck Business-Notebook. tcocertified.com – Zugriff: 25.05.2026
- [4] Öko-Institut e. V.: Der CO₂-Fußabdruck unseres digitalen Lebensstils. oeko.de – Zugriff: 25.05.2026
- [5] Bitkom (2024): Klimaeffekte der Digitalisierung – Einsparpotenzial bis zu 73 Mio. t CO₂ bis 2030. bitkom.org – Zugriff: 25.05.2026
- [6] Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 17 und Art. 32.
- [7] NIST Special Publication 800-88 Rev. 1; DIN 66399. csrc.nist.gov – Zugriff: 25.05.2026
- [8] EU-Richtlinie 2022/2464 (CSRD): Corporate Sustainability Reporting Directive.
- [9] ADISA ICT Asset Recovery; SERI R2v3; e-Stewards. adisa.global – Zugriff: 25.05.2026
Hinweis zu diesem Beitrag: Inhalte auf diesem Blog wurden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und von unserem Redaktionsteam recherchiert, fachlich geprüft und freigegeben.
Häufige Fragen zu IT-Remarketing
Was ist IT-Remarketing einfach erklärt?
IT-Remarketing ist der professionelle Wiederverkauf gebrauchter Business-Hardware. Der Anbieter holt Geräte ab, prüft sie technisch, löscht alle Daten zertifiziert, bereitet sie auf und vermarktet sie weiter. Das Unternehmen erhält einen Erlös, ein Löschprotokoll und – auf Wunsch – einen CO₂-Nachweis.
Was ist der Unterschied zwischen Refurbishing und IT-Remarketing?
Refurbishing ist die rein technische Aufbereitung eines Gerätes – Reinigung, Komponententausch, Funktionstest. IT-Remarketing ist das übergeordnete Konzept: Es umfasst Refurbishing als einen Schritt, aber auch Bewertung, Datenlöschung, Vertrieb und Reporting.
Welche Hardware eignet sich für IT-Remarketing?
Vor allem Business-Hardware mit aktivem Sekundärmarkt: Notebooks (Lenovo, Dell, HP), Server (HPE, Dell, Cisco UCS), Netzwerktechnik (Cisco, Aruba, Juniper) und Storage-Systeme (NetApp, Dell EMC). Consumer-Geräte haben meist zu geringen Restwert.
Welche Zertifizierungen sollte ein IT-Remarketing-Anbieter haben?
Auf Geräteebene geprüfte Löschverfahren (NIST 800-88, DIN 66399, Blancco) und auf Betriebsebene ein zertifiziertes Management-System (ISO 27001 als Minimum, ADISA als Goldstandard für ITAD). Für Nachhaltigkeitsnachweise sind ISO 14001 und SERI R2v3 relevant.
Ist IT-Remarketing DSGVO-konform?
Ja, sofern der Dienstleister zertifizierte Löschverfahren einsetzt – etwa Blancco-Software nach NIST 800-88 oder DIN 66399 – und ein Löschprotokoll mit Seriennummer, Methode und Ergebnis je Datenträger liefert. Dieser Nachweis ist die Grundlage für DSGVO-konforme Weitergabe.
Wie viel Geld bringt IT-Remarketing wirklich?
Das hängt stark von Hardware-Typ, Alter, Zustand, Vollständigkeit und Stückzahl ab. Gut erhaltene Server und Switches der letzten zwei Generationen erzielen vierstellige Beträge pro Stück; Business-Notebooks liegen im zwei- bis dreistelligen Bereich. Ab 25–50 baugleichen Geräten greifen Volumeneffekte.
Was passiert mit Geräten, die sich nicht mehr verkaufen lassen?
Geräte ohne Marktwert oder mit irreparablen Defekten werden zertifiziert recycelt – nach ElektroG und WEEE-Richtlinie. Wertstoffe werden rückgewonnen, ein Recycling-Zertifikat wird ausgestellt. „Zero-to-Landfill" ist bei seriösen Anbietern der Standard.

